Alumni der Universität || Dichter des Barock Paul Fleming: Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!

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Paul_Fleming

 

 

 

 

 

 

[wc_spacing size=“10px“] Paul Fleming mit Dicherkrone: Umschrift des gezeigten Porträts: PHIL.[osophiae] et MED.[icinae] D:[octor] et P.[oeta] L.[aureatus]).[wc_spacing size=“10px“]

Ihr lebet in der Zeit und habt doch keine Zeit,  schrieb Paul Flemming in „Gedanken über die Zeit“. Ihm selbst waren nur 10 Jahre Schaffenszeit vergönnt, in denen er seine einprägsamen Verse schuf. „Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!“, wie eindrucksvoll und einprägsam, wie mutig! sind diese Zeilen.

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Paul Fleming

An sich

Sei dennoch unverzagt! Gib dennoch unverloren!
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren;
nimm dein Verhängnis an. Laß alles unbereut.
Tu, was getan muß sein, und eh man dir’s gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.

Was klagt, was lobt man noch? Sein Unglück und sein Glücke
ist ihm ein jeder selbst. Schau alle Sachen an:
dies alles ist in dir. Laß deinen eitlen Wahn,

und eh du fürder gehst, so geh in dich zurücke.
Wer sein selbst Meister ist und sich beherrschen kann,
dem ist die weite Welt und alles untertan.

 

„An sich“ ist eines der bekanntesten Gedichte des nur mit 30 Jahren  verstorbenen Arztes und Schriftsteller des Barockes Paul Fleming. Geboren wurde Fleming am 5. Oktober 1609 im sächsischen Hartenstein. Nach dem Besuch der Stadtschule in Mittweida, kam er im Alter von 12 Jahren auf die Thomasschule in Leipzig, studierte an der Universität Leipzig ab 1628 Philosophie und Medizin, erlangte den Magistergrad am 2.5.1633.

Prägenden Einfluss auf Paul Flemming hatten der Thomaskantor Johann Hermann Schein (von 1608 – 1612 Jurastudent an der Universität Leipzig) und sein Universitätsprofessor Adam Olearius (von 1620 – 1627 Student der Theologie, Philosophie, Mathematik an der Universität Leipzig).

Durch Freundschaften mit sächsischen und schlesischen Studenten machte er 1630 Bekanntschaft mit Martin Opitz ( 1597 -1639), der schon 1629 sein Hauptwerk das Buch von der Deutschen Poeterey verfasst hatte. Ab 1630 liegen Flemings erste selbständige Drucke lateinisch und deutsch verfasster Texte vor. Im Leipziger Kreis wurde Fleming als Dichter schnell bekannt, er erwarb 1631 den Titel eines Poeta laureatus (lat. lorbeergekrönter Dichter). Nur 10 Jahre Zeit bleiben Paul Flemming, Meister der ersten deutschen Sonette, für sein Schaffen.  Bedeutsam für die Bereicherung seiner Dichtung waren seine abenteuerlichen und beschwerlichen Reisen nach Persien und Russland und der Aufenthalt im estnischen Reval: Landschaften, Städte, Flüsse, Freunde und die ferne Geliebte inspirierten sein Werk.  Fleming betrieb seine Arztkarriere fleißig weiter und erlangte 1640 an der Universität Leiden die medizinische Doktorwürde. In Estland wollte sich Paul Fleming schließlich als Arzt niederlassen,  auf dem Weg nach Reval verstarb er in Hamburg an einer Lungenentzündung.  Paul Fleming wurde in der Hauptkirche St. Katharinen bestattet, wo sich sein Grabstein bis heute erhalten hat.

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