Absolventen

Leipzig war und ist seit 1409 eine der studentenfreundlichsten Universitäten. Die berühmtesten Absolventen Leipzigs haben stets nicht nur in ihren eigentlichen Wissenschaften renommiert, sie prägten und prägen über das wissenschaftliche Umfeld hinaus: der Jurastudent Johann Wolfgang Goethe wurde als Dichter („Mein Leipzig lob ich mir!“, Zitat aus der Studentenszene in Auerbachs Keller) berühmt, der Philologe Friedriche Nietzsche formte die geistige Grundhaltung ganzer Generationen und die Physikerin Angela Merkel ist als Bundeskanzlerin politisch für das Schicksal unseres Landes verantwortlich. In unserer Datenbank befinden sich derzeit einige hundert Datensätze von überregional bedeutsamen Absolventen der Universität Leipzig.

Belegexemplare

Jeder Benutzer des Universitätsarchiv Leipzig ist verpflichtet, von einem Werk, das er unter Verwendung des Archivgutes verfasst hat, dem Universitätsarchiv nach Fertigstellung unaufgefordert ein Belegexemplar unentgeltlich zur Verfügung zu stellen (Benutzungsordnung des UAL). Die Belegexemplare stehen in unserer Bibliothek für weitere Forschungsprojekte zur Verfügung. Im Folgenden finden Sie eine Liste der im UAL vorhandenen Belegexemplare für die Jahre seit 2002. Sollten Sie Fehler finden, wenden Sie sich bitte an archiv@uni-leipzig.de.

Die Doktorbücher der Universität Leipzig

Ebenso wie die Statuten- und Matrikelbücher zählen die Promotionsbücher der Universitäten zu den Geburtsurkunden der Hochschulautonomie. Die Doktorbücher dienten zunächst als authentischer Nachweis für die besondere Rechtsstellung der Akademiker in einer ständisch geordneten Gesellschaft. Innerhalb der Universitäten wiederum bildeten die akademischen Grade ein konstituierendes Element der Hochschulverfassung. Erst die über ein kompliziertes System zu durchlaufenden Verhaltens-, Prüfungs- und Eidesanforderungen erzeugten ein akademisches Gemeinschaftswesen. Für den genossenschaftlichen Charakter der Hochschulen erwuchs daraus ein verbindendes Element, das auch die einzelnen Korporationen (Fakultäten, Nationen und Kollegien) miteinander verknüpfte und zugleich für eine wissenschaftliche Auslese sorgte. An den sich verändernden Eintragungen in den Promotionsbüchern sind gesellschaftliche Umbrüche ebenso ablesbar wie der Wandel der Hochschulen zu Staatsanstalten und die Veränderungen der Wissenschaftsdisziplinen. Deutlich wird auch, wie der moderne Staat des 20. Jahrhunderts die akademischen Grade in ein staatliches Titularsystem überführt und ihre elitären Träger zur besonderen politischen Loyalität zu verpflichten sucht. Besonders unter politischen Voraussetzungen hat sich die Fakultätsstruktur der Universität Leipzig im letzten Jahrhundert mehrfach geändert. Heute werden Promotionsverzeichnisse meist in elektronischer Form geführt, doch ungeachtet dieser zeitgemäßen Buchführung bleiben die wissenschaftlichen Graduierungen ein prägendes Element der scientific community.

  • Promotionen
    Seit der Universitätsgründung von 1409 pflegten die Fakultäten eigene Nachweisbücher über die Verleihung wissenschaftlicher Graduierungen. Für die Theologische Fakultät sind, durch die Kriegsverluste bedingt, keine Promotionsbücher mehr vorhanden. Erst 1951 wurde wieder ein Doktorbuch angelegt. Die Angaben zu den theologischen Promotionen wurden aus den jeweiligen Reden zum Rektoratswechsel übernommen bzw. aus kirchlichen Amtskalendern oder aus gedruckten Promotionsverzeichnissen ermittelt. Bei den Angaben über die theologischen Promotionen ist daher mit großen Lücken zu rechnen. Für die Juristenfakultät wurden die Namen aus dem 1810 neu angelegten Doktorbuch entnommen, das im Jahre 1939 kriegsbedingt endet. Parallel dazu wurde in der Fakultät eine Doktorandenkartei geführt, die den Zeitraum von 1810 bis 1975 umfasst. Für die Medizinische Fakultät wurden für 1810-1857 die erworbenen Lizentiate, von 1859-1865 die Protokolle über das Examen rigorosum und ab 1866 das neu angelegte Doktorbuch ausgewertet. Für die veterinär-medizinischen Promotionen wurde das an der Medizinischen Fakultät seit 1907 separat geführte Doktorbuch ausgewertet, die Veterinärmedizinische Fakultät wurde erst 1923 gegründet und führte dann das vorhandene Doktorbuch einfach weiter fort. Für die Philosophische Fakultät wurde das 1757 neu angelegte Promotionsbuch mit seinen zahlreichen Fortsetzungsbänden als Quelle benutzt. Seit 1920 wurden drei separate Doktorbücher geführt: die geisteswissenschaftliche Abteilung führte das bisherige Promotionsbuch weiter, die mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung führte nun ein eigenes Doktorbuch (Dr. phil.) und ein drittes Doktorbuch wurde ausschließlich für Promotionen in den Staatswissenschaften (Dr. rer. pol.) angelegt. In der DDR wurden aus den Instituten und Lehrstühlen der Philosophischen Fakultät neue Fakultäten gegründet, die eigene Promotionsakten und -übersichten anlegten. Seit 1969 wurden alle Promotionsverfahren an der Karl-Marx-Universität Leipzig durch den Wissenschaftlichen Rat vorgenommen. Innerhalb dieses Gremiums und ausschließlich zur wissenschaftlichen Graduierung existierten die alten Fakultäten weiter fort, während alle Aufgaben in Forschung und Lehre von den neu gebildeten Sektionen übernommen wurden.
  • Graduierungen von 1992 bis zur Gegenwart
    Im Jahre 1993 wurden die meisten Leipziger Fakultäten wieder neu gegründet. Mit den „virtuellen Doktorbüchern“ versuchen wir in moderner Form wieder an eine alte Tradition anzuknüpfen. Als Datenbankanbindung finden sich alle seit 1992 erfolgten Promotionen der Leipziger Fakultäten – soweit sie in Aktenform im Universitätsarchiv Leipzig vorhanden sind.
  • Doktorjubiläen
    In den vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts muss der Brauch einer Erneuerung des Doktordiploms nach 50 Jahren aufgekommen sein. 1765 werden im Promotionsbuch der Philosophischen Fakultät die sogenannten Jubilantes, neben den rite Promovierten, besonders aufgeführt. Dieser schöne Brauch wurde auch von anderen Fakultäten eingeführt und mehr als 200 Jahre lang gepflegt. Aus politischen Gründen endete 1969 die bisherige Verfahrensweise bei goldenen Doktorjubiläen. Es wurden keine erneuerten Doktorurkunden mehr ausgestellt, weil viele der Promovenden nun in der Bundesrepublik Deutschland lebten und für die Fakultäten daher Grenzen zwischen „Würdigkeit oder Unwürdigkeit“ einzelner Personen nicht zu ziehen waren. In den letzten Jahren ist der alte Brauch wieder aufgelebt, erweitert um das silberne Doktorjubiläum nach 25 Jahren.
    Auf dieser Seite finden Sie die goldenen Doktorjubiläen des aktuellen Kalenderjahres und hier finden Sie die goldenen Doktorjubiläen des kommenden Kalenderjahres. Auf dieser Seite finden Sie die silbernen Doktorjubiläen des aktuellen Kalenderjahres und hier finden Sie die silbernen Doktorjubiläen des kommenden Kalenderjahres.
  • Ehrenpromotionen In unserer Datenbank befinden sich derzeit mehrere hundert Datensätze von Personen, die einen Ehrendoktortitel der Universität Leipzig erhalten haben. Diese Liste berücksichtigt nur solche Verfahren, deren schriftlicher Nachweis sich bereits im Universitätsarchiv Leipzig befindet.

Druckschriften

  • Druckschriften 1946-1990
    In den Akten der Universität finden sich nach 1946 zahlreiche Belege für oftmals detailverliebte Reglementierungen in Forschung und Lehre. Die Bezeichnungen dafür sind vielfältig, sie reichen über Arbeitsanweisungen, Arbeitsdokumente, Arbeitsrichtlinien, Arbeitsinstruktionen, Durchführungsbestimmungen, Dienstordnungen, Direktiven, Entschließungen, Erlasse, Führungspläne, Grundsatzdokumente, Hinweise, Hochschulbestimmungen, Konzeptionen, Maßnahmenpläne, Ordnungen, Richtlinien bis hin zu Weisungen. Mehrere hundert solcher Eingriffe in den Hochschulbetrieb lassen sich durch überlieferte Dokumente in den Archivbeständen der Universität Leipzig zwischen 1946 und 1990 nachweisen. Dazu kommen noch hunderte Lehrprogramme und Studienpläne, die fast jede Kleinigkeit eines Hochschulstudiums in der DDR bzw. an der Karl-Marx-Universität Leipzig regelten. Die gedruckten Vorschriften wurden aus den Akten herausgenommen und zentral in einer Druckschriftensammlung des Universitätsarchivs zusammengeführt. Im Archivalltag schafft das Platz und vermeidet Mehrfachüberlieferungen. Aus dieser Materialfülle entstand die nun digitalisierte, chronologisch geordnete Titelsammlung. Für den Forscher und den interessierten Laien bietet diese umfangreiche Zusammenstellung einen guten Einstieg in die von sozialistischer Ideologie und staatlichen Weisungen dominierte Hochschulwirklichkeit der DDR.
  • Wissenschaftliche Zeitschrift
    Die Wissenschaftliche Zeitschrift der Karl-Marx-Universität Leipzig erschien 1951 bis 1990 in zwei parallelen Reihen (Mathematisch-naturwissenschaftliche Reihe und Gesellschafts- und Sprachwissenschaftliche Reihe) mit jährlich insgesamt 12 Heften unter der Herausgeberschaft des Rektors. Ein Jahresband umfasst etwa 500 bis 700 Seiten im Lexikonformat (bis 1968) und in Groß-Oktav (ab 1969). Die WZ veröffentlichte wissenschaftliche Artikel – ursprünglich ausschlieißlich von Forschern der Universität Leipzig. Der Zeitschriftenbeginn steht im Zusammenhang mit der „Störfreimachung“, der angestrebten Unabhängigkeit von Westimporten: Der bislang teure Ankauf westlicher wissenschaftlicher Periodika sollte durch Etablierung eigener Reihen beendet werden (allein 1961 wurde an der Universität Leipzig der Bezug von 355 Zeitschriften aus der Bundesrepublik eingestellt). Zudem konnten dann Zeitschriften im „NSW – Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet“ – ohne den Einsatz von Devisen im Tauschverfahren erworben werden.
    Verfügbar sind hier die Register der Gesellschaftswissenschaftlichen Reihe 1958-1990 und der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Reihe 1952-1990.
  • Universitätszeitung der Karl-Marx-Universität Leipzig, 1957-1991
    Die Universitätszeitung, ursprünglich eine Einzelseite in der Leipziger Volkszeitung (LVZ), erschien von 1957 bis 1991 als selbstständiges Periodikum. Als Organ der Kreisleitung der SED berichtete sie zunächst vierzehntägig, später wöchentlich über aktuelle Geschehnisse aus dem Hochschulbetrieb. Zugleich kam ihr eine wichtige Funktion als Sprachrohr für die Parteipropaganda der SED an der Universität zu. Die Meldungen, Kommentare und Wertungen ermöglichen einen oftmals einzigartigen, chronologischen Zugang zur jüngeren Zeit und insbesondere zur Erneuerung der Universität bis zum Juli 1991.

Karzerstrafen, 1862-1879

Für die Studenten an der Universität galten die Immatrikulationsordnungen als wichtigste Normative. Im Februar 1878 erließ die sächsische Regierung jedoch ein eigenes Gesetz über die bürgerlichen Verhältnisse der Hochschulangehörigen. Das Gesetz regelte vor allem die Rechtsstellung der Studierenden in der neuen deutschen Staatsverfassung – so erloschen mit seinem Inkrafttreten alle bisherigen Sonderrechte, die den Studenten Ausnahmen von den Straf- und Polizeigesetzen garantiert hatten. Die wegen Übertretungen – juristisch die geringste Form eines möglichen Straftatbestandes neben Vergehen und Verbrechen – disziplinarisch gemaßregelten Studenten hatten allerdings weiterhin, soweit sie nicht den Militärgesetzen unterlagen, ihre Strafen im akademischen Karzer abzubüßen. Nach dem gleichen Rechtsgedanken wurden die studentischen Vereine sowie alle von ihnen ausgehenden akademischen Versammlungen der Aufsicht der Universitätsbehörden unterstellt. Das Universitätsgericht hatte nur noch die Disziplinargerichtsbarkeit über die Studenten inne, konnte aber andernorts erfolgte Strafverfahren gegen Studierende aufgreifen und ein zusätzliches Disziplinarverfahren gegen den Betroffenen an der Universität Leipzig eröffnen. Zu diesem Zweck sollten die Urteile gegen Studenten aus Verfahren vor Militär- und Strafgerichten dem Universitätsgericht übermittelt werden. Als Strafmaßnahmen standen der Universität neben dem Consilium abeundi, die Exmatrikulation und die Relegation zu Gebote. Gegenüber säumigen Honorarschuldnern durfte die Universität nun als Unterpfand die Herausgabe des Abgangszeugnisses verweigern.

Rektoren

Im Dezember 1409 wählten die im Leipziger Thomaskloster versammelten Magister und Doktoren erstmals aus ihrer Mitte heraus ein Oberhaupt der Universität. Für ein Semester gewählt, hatte der rector magnificus den Universitätsschatz zu hüten, Streitigkeiten zu schlichten und Recht zu sprechen, neue Studenten wie Lehrkräfte auf die Satzungen der Universität zu verpflichten sowie die akademische Korporation in allen Rechtsgeschäften zu vertreten. Nicht jeder Amtsinhaber war über eine Wahl und die damit verbundene Verantwortung froh, so galt die Regel, das Amt binnen 14 Tagen nach der Wahl anzutreten – oder Strafe zu zahlen. Im 15. Jahrhundert gab es auch einige Studenten, die zum Rektor gewählt wurden, da sie aus fürstlichen Familien stammten und etwas Glanz und gelegentlich zusätzliches Geld in die Universität brachten. Der Verantwortungsbereich und die Ausgestaltung des Rektoramtes wurde im Laufe der Jahrhunderte erheblichen Wandlungen unterworfen, seit 1409 geblieben ist die Amtsbezeichnung als rector magnificus. Der Titel eines rector magnificentissimus wird dagegen heute nicht mehr geführt. Seit 1875 war dieser Titel ausschließlich dem regierenden sächsischen König vorbehalten gewesen.

Universitätsjubiläum 1909

Das Leipziger Universitätsjubiläum von 1909 markiert den Höhe- und Glanzpunkt einer wissenschaftlichen und akademischen Ära. Zur Dokumentation dieses 500. Gründungsjubiläums beauftragte das Rektorat die Berliner Agentur Klose und Seidel mit der Sammlung von Presseartikeln, die über die Universität Leipzig berichten. Der Pressespiegel gehört zum Bestand Rektor und umfasst Artikel und Aufsätze aus überwiegend deutschen, aber auch ausländischen Medien. Die Digitalisate stehen chronologisch geordnet zur Verfügung.

Reichsanzeiger

Nachträgliche Aberkennungen akademischer Grade im Deutschen Reichsanzeiger von 1937 bis 1944
Bei den aufgeführten Namen handelt es sich fast ausschließlich um deutsche Staatsangehörige, die das nationalsozialistische Deutschland verlassen hatten und denen der deutsche Staat daraufhin die Staatsangehörigkeit aberkannt hatte. Die Universitäten hatten auch die akademischen Grade zu entziehen und die Namenslisten zu veröffentlichen. Für ein knappes Viertel der Depromovierten (382 Namen) weisen die vermerkten Zwangsvornamen „Sara” und „Israel” auf einen jüdischen Hintergrund hin. Da auf Grund der Besetzung der Depromotionskommissionen und des fast automatisierten Verfahrensablaufs für die Universitäten wenig Spielräume existierten, bieten die Listen kaum Indizien für eine besondere nationalsozialistische Ausrichtung der Universität bzw. einzelner Fakultäten. Gleichfalls decken die Listen keinesfalls die Namen aller jüdischen Promovenden ab, die ihren akademischen Grad verloren haben. Die Quantitäten beweisen allerdings, dass es sich bei den Depromotionen in der NS-Zeit keineswegs um ein marginales Randproblem der deutschen Universitätsgeschichte handelt.